VEREIN DER EHEMALIGEN SCHÜLER UND DER LEHRER

DES STÄDTISCHEN ENGELBERT-VON-BERG-GYMNASIUMS

 51688    WIPPERFÜRTH, LÜDENSCHEIDER STR. 46

 MITTEILUNGEN NR. 58                         Dezember  1997

  

Unser Engelbert-von-Berg-Gymnasium im Jahre 1997

 Die Schülerzahl ist zum neuen Schuljahr wieder leicht angestiegen; wir haben inzwischen 1.011 Schüler (519 Mädchen und 492 Jungen). In Jgst. 5 und 6 gibt es 5 parallele Klassen, in den Jgst. 7 bis 10 je 4 Klassen und in der Oberstufe – umgerechnet – durchschnittlich 4 bis 5 Klassen. Erstmals konnten wir in diesem Schuljahr, nachdem wir endlich die Genehmigung des Ministeriums erhalten hatten, eine bilinguale Klasse (mit Englisch in der Jgst. 5 einrichten; diese Schülerinnen und Schüler erhalten in Klasse 5 und 6 verstärkten Englischunterricht (je zwei Wochenstunden mehr) und ab Klasse 7 werden zusätzlich die Fächer Erdkunde (Jgst. 7-9), Politik (Jgst. 8 und 10 und Geschichte (Jgst. 9 und 10) auf Englisch unterrichtet, um so ein tieferes Eindringen in viele Bereiche der englischen Sprache zu ermöglichen. Hilfe leistet unseren Schülern auf allen Stufen unsere neue englische Assistentin, Miß Stafford, die seit 01. 09. 1997 am EvB tätig ist.

Bedingt durch die Erhöhung der Pflichtstundenzahl der Lehrer um eine Wochenstunde und zum Teil auch durch Neueinstellungen hat unsere Schule alle ihr zustehenden Stellen voll besetzt. Trotzdem gibt es infolge fachspezifischen Lehrermangels immer noch Kürzungen und Ausfälle in bestimmten Fächern oder fachfremden Unterricht. Betroffen sind die Fächer Mathematik, Physik, Musik, Latein und Religion (evang. und kath.). Zur Zeit unterrichten 51 Lehrer und Lehrerinnen mit voller Stelle und 14 mit Teilzeitstelle; außerdem erhalten zwei Referendare am EvB ihre Ausbildung.

Es haben sich zum Ende des vergangenen Schuljahres folgende Personalveränderungen ergeben: Herr Teipel, der uns freundlicherweise nach seiner Pensionierung zum 31. 07. 96 noch für ein weiteres Jahr mit 6 Wochenstunden ausgeholfen hatte, hat seine Tätigkeit nun endgültig beendet. Pensioniert worden ist wegen Dienstunfähigkeit Herr Dipl.-Sportlehrer Roman Schimann. Zwei Kolleginnen sind zur Zeit in Mutterschutz mit anschließendem Erziehungsurlaub. Außerdem wurden folgende Kolleginnen und Kollegen neu eingestellt, zum Teil allerdings nur befristet: Frau Barth (D, L – volle Stelle, zunächst bis 31.01.98), Frau Haustein (BI, PA – halbe Stelle), Herr Oberberg (E, GE – volle Stelle), Herr Pilder (M, PH- volle Stelle/Versetzung von einer anderen Schule) und Herr Völmicke (SP, GE – volle Stelle).

 Seit September 1997 haben wir auch einen Internet-Anschluss; drei Kollegen sind zur Zeit dabei, mit Schülern Projekte zu entwickeln.

 Folgende Schulfahrten fanden im Jahre 1997 statt: im Januar 1 Woche Skifahrt der Klassen 9 nach Oberstdorf (Abfahrts- und Skilanglauf), Anfang September eine Woche Schullandheimaufenthalt der Klassen 6 in Bad Honnef und Schmallenberg sowie die Studienfahrten der Jgst. 12 Anfang Oktober nach München, Wien, London und in die Provence.

 

Am Samstag, dem 29. November 1997 findet von 9.00 bis 13.00 Uhr der alljährliche Tag der Offenen Tür unseres EvB statt. Alle Ehemaligen lade ich herzlich ein, an diesem Tag einmal ihre alte „Penne“ zu besuchen.

                                                                                              Dr. Voigt, OStD

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Abiturienten des Jahrgangs 1997

 Folgende Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 1997 legten erfolgreich die Abiturprüfung ab. Der Verein gratulierte den zukünftigen Ehemaligen und überreichte ihnen einen Scheck in Höhe von 300,–DM, der zur Unkostendeckung ihrer Abiturfeier beitragen sollte.

 Aus Wipperfürth:

Melanie Allerödder, Natalie Azzolin, Valerie Azzolin, Eva Blumberg, Heidi Bockemühl, Corina Caplan, Torben Engels, Cordula Flosbach, Tibor Fülöpp, Patrick Galle, Svenja Gerards, Lars Hamelmann, Niklas Heskamp, Thomas Höfer, Thomas Johnen, Gerd Kopp, Eva Kristkreitz, Jens Külzer, Julika Lohsträter, Markus Marx, Kerstin Ommer, Susanne Poser, Carsten Raffelsiefer, Bettina Riesener, Nicolas Röttgen, Martin Scherer, Melanie Schmitt, Christian Schmitz, Corinna Schmitz, Karina Schmitz, Thorsten Schneider, René Schroiff, Sonja Schwarzenbacher, Thorsten Stefer, Hendrik Süttenbach, Kai Ufer, Kristina Wegerhoff, Katrin Wilhelmy, Thorsten Wilhelmy, Kasim Yilmaz.

Aus Lindlar:

Rainer Breidenbach, Thomas Engels, Frauke Frese, Marco Gehr, Bert Gerlach, Sandra Hamm, Daniel Handke, Annika Hartmann, Katja Hohenberger, Daniela Lüdenbach, Andrea Merca, Bernadette Müller, Marco Müller, Sebastian Schmitz, Jochen Schüttler, Carsten Schwerm, Nadine Spenrath, Lea Spielmann, Rebekka Stahlberg, Ingo Teschner, Karsten Teschner, Björn Weizenkamp, Johanna Zemke, Jana Zschieschang, Monika Zysk.

Aus Hückeswagen:

Volker Beiss, Indra Bergfeld, Claudia Blumberg, Thorsten Breitkopf, Michael Brieden, Diana Dammann, Kathrin Enzner, Katrin Friedrich, Miriam Henze, Katrin Hunger, Kerstin Jäger, Katja Konradi, Christoph Kotthaus, Diana Löhr, Christine Pohl, Jens Voigtländer, Cornelia Wimmershoff.

Aus Kürten:

Sonja Dörrenbach, Matthias Geschka, Monika Günzel, Tim Kosseda, Anke Lenneffer, Kerstin Mays, Markus Schulz, Patrick Wieler.

Aus Marienheide:

Nadin Grote, Marcel Strackerjan

Aus Kierspe:

Björn Sieper, Bastian Simmerl

  

Abi 1957

Für den 15. 03. 1997 hatte Herr Horst Wessel seine Konabiturienten zu einem Glas Sekt in die Aula des Alten Seminars eingeladen. 12 von 18 der Ehemaligen waren erschienen, darunter die einzige Abiturientin Frau Volkenrath geb. Raffelsiefer. Herr Direktor Dr. Voigt begrüßte die Gäste und schilderte die Entwicklung der Schule in den vergangenen Jahrzehnten. Die Ehemaligen danken auch für die Führung durch den Neubau. Sie überreichten einen namhaften Betrag, der dem Förderverein der Schule gewiss gelegen kommt. Herr Harald Hasberg hatte eine Chronik geschrieben mit einem Blick über den Schulalltag hinaus auf Politiker und Ereignisse in der damaligen 9jährigen Schulzeit. Das veranlasst den Vorstand unseres Vereins, Beiträge dieser Art zu sammeln, um nach solchen gelungenen Klassentreffen die bevorstehende Wiedersehensfeier im nächsten Jahr erfolgreich zu gestalten.

  

Dr. Leo Becker 1893 – 1971

Wird die Zeit zu Anfang dieses Jahrhunderts gekennzeichnet durch Menschen, die damals im Zeitgeist lebten, sich den Lebensgewohnheiten fraglich anpassten, sich im zeitgemäßen Vergnügungsangebot auslebten – oder schaut man doch eher auf „Originale“ d.h. Menschen, die auffällig ihre Eigenart bewahren und offen mutig und ehrlich ihr Anderssein zeigen und vertreten? Zu den letzteren möchte ich Dr. Leo Becker zählen, der in den 30er Jahren in den unteren Klassen des Gymnasiums noch mein Mathematiklehrer war – und dessen Dr.-Arbeit mir jetzt in meiner Pensionszeit doch „etwas Kopfzerbrechen macht“. Den Titel: „Die superoskulierten Normalschnitte auf dem Sinosoid“ hatte seine Schwester auswendig gelernt und war stolz auf ihren Bruder, mit dem sie im Elternhaus am Rathausplatz, jetzt Jugend-Gaststätte „Villa“ ihr Leben verbrachte. Ich schickte das kleine Heft von 33 Seiten mit einer Arbeit aus der Differntialgeometrie zu einem Studienfreund, einem Mathematikprofessor in Köln, den ich ob seiner schnellen Auffassungsgabe bewundert hatte. Aber er schrieb mir zurück, auch mit einem Kollegen habe er keinen Ansatz zum Verstehen dieser Dissertation gefunden. Nun machte mich der kurze Lebenslauf am Ende der Doktorarbeit doch nachdenklich: 1912 Abitur, zwei Semester in Bonn und höchstens vier in Münster am 21.06.1915 bestand Leo Becker die mündliche Doktorprüfung. Das Wipperfürther Gymnasium auf dem Klosterberg war ein humanistisches mit Griechisch und Latein bis zum Abitur. In Unterprima hatte Leo Becker noch die Zeugnisnote „Genügend“ in Mathematik, im Abitur erreichte er „Gut“. Da müsste doch – so meine Frau – einer, der eine ganze Reihe von Leistungskursen zum Abitur geführt hat, zumindest etwas verstehen.

In der heutigen Diskussion um Inhalt und Dauer des gymnasialen Unterrichts in der Oberstufe sollte man den Fall Leo Becker beachten: Für alle Fakultäten erzog das humanistische Gymnasium fähige, selbstständig denkende Studenten.

Den Lebenslauf von Dr. Leo Becker möchte ich nicht erforschen, aber einige Tatsachen hervorheben: Es wurde schon vor 1933 Mitglied der Nazipartei. An einem Wandertag rief er den Waldarbeitern vor Gimborn sein „Heil Hitler“ entgegen. Beim zweiten Anruf antworteten sie „Jo, jo Heil Hitler“. Aber nach der „Machtübernahme“, als viele Beamte und Lehrer in die Partei drängten, trat er aus. Seine Schwester bestätigte mir das und gab als Grund an: „Mein Bruder hatte sich die Entwicklung anders vorgestellt“. Aus Prozessakten ist ersichtlich, dass Leo Becker 1932 Parteimitglied wurde und im Herbst 1935 aus der Partei entlassen wurde. Das Ausschlussverfahren wirft ihm vor: 1. Parteischädigendes Verhalten, 2. Mietwucher, 3. Beleidigung des Ortsgruppenleiters. Meist waren es „Querköpfe“, die damals widerstanden. Dass der Studienrat Leo Becker jahrelang Assessoren für sich arbeiten ließ, bestätigte mir Frau Lene Becker (+ 1987) ebenfalls. Aber bei der Berechnung der Pension sei das doch zum Nachteil ihres Bruders geworden. Leutselig, gut gekleidet und mit Spazierstock sprach er ehemalige Schüler und seine Mitbürger gerne an. Aber die modischen breiten Beinkleider der 30er Jahre missachtete er, seine engen Hosen trug er bis sie wieder modern wurden. Den Nachkommen tüchtiger Handwerker und Kaufleuten der Stadt deutete er an, dass die gymnasiale Bildung für sie wohn nicht der richtige Weg in die Zukunft wäre. Neben Mathematik lehrte er Biologie. Naturverbunden widmete er viel Zeit der Gartenarbeit. Vermögens und sparsam lebend ließ er sich frühzeitig pensionieren, wurde aber in der Kriegszeit doch noch mal zur Arbeit veranlasst. Als Gartenbesitzer der Stadt ermöglichten, den jetzigen Surgères Platz herzurichten, verkaufte Leo Becker seinen 400 qm-Garten nicht. Während des jahrelangen Prozesses lag sein Garten ein Meter tiefer als der zur Bushaltestelle hergerichtete Platz. Sein Wohnhaus, die „Villa“ mit dem schönen Vorgarten, ist ein beliebtes Jugendlokal. Zur Jugendzeit Leo Beckers war es den Gymnasiasten streng verboten, ohne Begleitung ein Gasthaus zu betreten. Verkleidet in blaue Bauernkittel mit Stock und Pfeife – so wird erzählt – wagten sich Jugendliche doch mal in eine Wirtshausecke, um zum Stammtisch der Honoratioren herüberzublicken. Und heute? Kaum einer, der über dem 50. Lebensjahr ist, ist in den Jugendlokalen zu sehen. Tempora mutantur et nos mutamur in illis d.h.: Beim Unterschied der Zeit verändern sich die Leut.

                                                                  Willi Zimmermann

 

Gestaltung der Ehemaligenfeste

Wie Sie wissen, ist der Verein der ehemaligen Schüler und Lehrer unseres Gymnasiums darum bemüht, den Zusammenhalt der „Ehemaligen“ untereinander aber auch Ihre Verbindung zur Schule dadurch zu fördern, dass er von Zeit zu Zeit – meist in Intervallen von etwa 3 Jahren – gemeinsame Treffen der „Ehemaligen“ organisiert und durchführt. Über die von den einzelnen Jahrgängen veranstalteten Klassentreffen hinaus sollen die Ehemaligenfeste – jedenfalls nach den Vorstellungen der Veranstalter – möglichst viele ehemalige Schüler und Lehrer der Schule in fröhlicher Runde zusammenführen, ihnen Gelegenheit geben, Erinnerungen auszutauschen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und ein paar unbeschwerte Stunden miteinander zu verbringen.

Mit einer Reihe von Ehemaligenfesten wurde dieses Ziel auch sicherlich erreicht. Sie erfreuten sich eines regen Zuspruches. Andere wiederum verliefen – jedenfalls was die Teilnehmerzahl anging – ziemlich enttäuschend. Kommen zu einem Ehemaligenfest noch mehrere 100 Ehemalige so kann es durchaus sein, dass bei dem nächsten Treffen kaum 100 zusammenkommen. Woran das liegt, weiß wohl keiner. Resignierend stellen die Veranstalter dann meistens fest, dass man bezüglich der Ehemaligenzahl halt in Gottes Hand liege.

Hier sollte unbedingt Abhilfe geschaffen werden oder zu mindestens über Abhilfe nachgedacht werden. Vielleicht ließe sich die Teilnehmerzahl dadurch erhöhen und kalkulierbar machen, wenn sich mehrere Klassen entschließen könnten, die von ihnen möglicherweise ohnehin geplanten Klassentreffen mit dem Ehemaligenfest zu verbinden.

Dies hätte für die Klassen den Vorteil, dass sie sich über manche Einzelheiten ihres Treffens nicht zu kümmern brauchten; für den Verein hätte es aber den Vorteil, dass die Ehemaligenfeste besser besucht sein würden.

Es wäre schön, wenn Sie sich hierüber einmal Gedanken machen und sich auch dazu äußern würden. Der Verein ist für jede Anregung dankbar.

Das nächste Ehemaligenfest ist – dies sollten Sie bei Ihren Terminplanungen bereits berücksichtigen – für Ende Oktober 1998 geplant.

                                                                                                                    Heinz Böing

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                                 EINZUGSERMÄCHTIGUNG

Hiermit ermächtige ich den Kassierer des Vereins der Ehemaligen Schüler und Lehrer des Engelbert-von-Berg-Gymnasiums von meinem Konto den Jahresbeitrag in Höhe von 15,–DM (Studenten und Auszubildende 5,–DM) bis auf Widerruf einzuziehen.

 Name: ……………………..      Vorname: ………………..

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 BLZ: ……………..                        Kto-Nr.:……………..

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